Nachlassverfahren - Erbausschlagung

Ausschlagung einer Erbschaft

Die Erbschaft fällt mit dem Tod des Erblassers bei der Erbin oder dem Erben an. Man wird also „automatisch" Erbe, sei es aufgrund gesetzlicher Erbfolge oder aufgrund eines Testaments/Erbvertrages. Sie haben aber die Möglichkeit, die Erbschaft auszuschlagen. Das könnte etwa in Betracht kommen, wenn der Nachlass überschuldet ist.

Wer eine Erbschaft nicht annehmen möchte, muss sie ausdrücklich ausschlagen, und zwar bei dem zuständigen Nachlassgericht oder bei jedem Notar. Ein einfaches Schreiben genügt nicht!

Bei auswärtigem Wohnort kann eine Ausschlagungserklärung auch bei demjenigen Amtsgericht erklärt werden, das für den auswärtigen Wohnort zuständig ist. Von dort wird die Erklärung dann dem zuständigen Nachlassgericht übersandt.

Die Ausschlagungsfrist beträgt 6 Wochen. Sie beginnt mit dem Tage, an dem der Erbe Kenntnis vom Anfall der Erbschaft bekommt, das heißt, seitdem er weiß, dass er Erbe geworden ist. Bei einer letztwilligen Verfügung (Testament oder Erbvertrag) des Erblassers ist dies der Tag, an dem er vom Nachlassgericht Kenntnis vom Inhalt dieser letztwilligen Verfügung erhält. Eine Verlängerung der Frist ist nicht möglich! Die Ausschlagung befreit von der Haftung für Nachlassverbindlichkeiten.

Zu beachten ist, dass der Nachlass bei einer Ausschlagung dem Nächstberufenen anfällt, z. B. auch den eigenen Kindern. Für minderjährige Kinder kann der gesetzliche Vertreter die Erbschaft ausschlagen. Haben beide Eltern das Sorgerecht, müssen auch beide die Erklärung abgeben. Im Einzelfall ist zusätzlich noch eine Genehmigung des Familiengerichts erforderlich.

Ist für erwachsene Personen eine Betreuung eingerichtet, ist die Vorlage einer Genehmigung des Betreuungsgerichts erforderlich, sofern der Betreuer die Ausschlagung erklären muss.

Mitzubringen sind folgende Unterlagen:

  • Gültiger Personalausweis
  • Sterbeurkunde des Erblassers oder anderenfalls genaue Daten des Erblassers
  • Ggf. Anschreiben des Nachlassgerichts über den Anfall der Erbschaft
  • Namen, Geburtsdaten und Anschriften aller weiteren Angehörigen des Erblassers
  • Namen, Geburtsdaten und Anschriften der nächstberufenen Erben (ggf. der eigenen Kinder)

Zur Ausschlagung einer Erbschaft müssen Sie vorab einen Termin vereinbaren unter: 05068 93010.

Bitte beachten Sie unsere eingeschränkten Telefonsprechzeiten.

Zur Ausschlagung einer Erbschaft nutzen Sie bitte eines der nebenstehenden Formulare. Das ausgefüllte Formular senden Sie bitte postalisch oder per E-Mail an agelz-poststelle@justiz.niedersachsen.de.

Diese Formulare dienen allein der Vorbereitung des Termins und ersetzen keine Erklärung.


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